Gefühle wieder spüren: Wie du durch Selbstannahme zu emotionaler Tiefe findest

Ein Klient kam vor einigen Monaten zu mir ins Coaching. Thomas (Name geändert) ist 43, hat sein Vermögen mit digitalen Produkten aufgebaut, zwei Kinder, verheiratet und Eigenheim. Von außen betrachtet das klassische Bild eines erfolgreichen deutschen Mannes. Von innen? „Ich fühle mich nicht wirklich“, erzählt Thomas beim ersten Gespräch. „Ich habe jahrelang auf dieses Leben hingearbeitet. Aber jetzt, wo es da ist, spüre ich… nichts. Oder zumindest fühle ich mich nicht gut.“

Viele meiner Klienten kennen dieses Paradox. Sie haben im Außen alles erreicht, was sie sich gewünscht haben, manche sogar mehr. Das finanzielle Polster, die stabile Partnerschaft, die berufliche Anerkennung. Jahrelang fühlte sich das wie das Ziel an. Doch wenn es dann da ist, zieht das erhoffte Gefühl nicht nach. Stattdessen: eine merkwürdige Leere. Und eine neue, noch beunruhigendere Sorge: Was, wenn das alles wieder verschwindet? Und ich habe es nie wirklich gefühlt?

Diese Leere wird häufig von vielen als Zeichen angesehen, dass noch mehr gehen muss. Noch mehr Geld, noch mehr Ziele im Außen, und sie realisieren gar nicht, dass das ein Signal des Körpers ist. Ein Signal, das dir sagen möchte: Du lebst am Leben vorbei. Nicht, weil du die falschen Dinge tust, sondern weil du vielleicht einen Antrieb in dir hast, der dir gar nicht mehr entspricht.

Das hat oft mehr mit Selbstliebe zu tun, als man zunächst denkt. Aber nicht mit der Art von Selbstliebe, die dir auf Instagram verkauft wird. Hier geht es nicht um Badewannen-Rituale oder Affirmationen vor dem Spiegel. Es geht um etwas Tieferes, Mutigeres: die bedingungslose Begegnung mit dir selbst. Eine Integration und Annahme deiner eigenen Vergangenheit, deiner Gefühle, insbesondere deiner „negativen“. Der Teile in dir, die du jahrelang weggedrückt hast, weil sie nicht ins Bild des „erfolgreichen Menschen“ passten.

Selbstannahme bedeutet nicht, alles gut zu finden. Sie bedeutet, aufzuhören, gegen dich selbst zu kämpfen. Sie bedeutet, Scham, Wut, Trauer als das zu sehen, was sie sind: Botschaften, keine Defizite. Und genau hier, in diesem Annehmen, liegt der Weg zurück zu echten Gefühlen.

In diesem Artikel zeige ich dir, was Selbstannahme aus Sicht der Wissenschaft bedeutet und wie du es für dich umsetzbar machst. Du erfährst, warum erfolgreiche Menschen oft emotional taub sind, was die Forschung über Selbstmitgefühl sagt und wie du in sieben Tagen anfangen kannst, wieder wirklich zu spüren, was in dir vorgeht.

Vielleicht entdeckst du dabei: Das, was du die ganze Zeit gesucht hast, war nie „da draußen“. Es war immer schon da, nur unter Schichten von Erwartungen, Leistungsdruck und dem ständigen Gefühl, noch nicht genug zu sein, begraben.

Minimalistisches Bild symbolisiert innere Ruhe und Selbstakzeptanz

Warum erfolgreiche Menschen oft emotional taub sind

Es klingt paradox: Je mehr du im Außen erreichst, desto weniger fühlst du manchmal im Innen. 

Warum ist das so? Erfolg erfordert oft, dass du bestimmte Gefühle zur Seite schiebst. Zweifel, Unsicherheit, Angst vor Versagen. Du lernst, sie zu kontrollieren, zu rationalisieren, wegzudrücken. Das funktioniert auch, für eine Weile. Du kommst voran, erreichst Ziele, baust etwas auf.

Aber irgendwann bemerkst du: Du hast nicht nur die unangenehmen Gefühle weggeschoben, sondern auch die angenehmen. Freude fühlt sich gedämpft an. Stolz ist nur ein kurzes Aufflackern. Verbundenheit bleibt oberflächlich. Was bleibt, ist eine Art emotionaler Dämmerzustand. Nicht schlimm genug, um sich Sorgen zu machen. Aber auch nicht wirklich lebendig.

Viele meiner Klienten beschreiben es so: „Ich funktioniere. Aber ich bin nicht wirklich da.“ Und genau hier beginnt der Weg zurück. Nicht durch noch mehr Optimierung, sondern durch Annahme.

Selbstannahme statt Selbstoptimierung: der wissenschaftliche Hintergrund

Wenn Menschen über Selbstliebe sprechen, meinen sie oft etwas Diffuses. Ein Gefühl, das irgendwann „passieren“ soll, wenn man nur genug an sich arbeitet. Doch Selbstliebe lässt sich nicht herbeioptimieren. Sie entsteht nicht dadurch, dass du noch produktiver, noch disziplinierter, noch erfolgreicher wirst. Sie entsteht in einem grundlegend anderen Prozess: im Annehmen statt im Bekämpfen.

Was Selbstmitgefühl bedeutet (nach Kristin Neff)

Die Psychologin Kristin Neff hat in über zwei Jahrzehnten Forschung gezeigt, dass Selbstmitgefühl ein messbares, erlernbares Konstrukt ist. Es besteht aus drei miteinander verwobenen Dimensionen, die zusammen etwas schaffen, das viele meiner Klienten lange vermisst haben: eine innere Verbundenheit zu sich selbst.

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Die erste Dimension nennt Neff Self-kindness: eine freundliche, wohlwollende Haltung zu dir selbst, gerade dann, wenn etwas schiefgeht. Das klingt banal, ist aber für viele extrem schwer. Wir haben gelernt, uns in schwierigen Momenten selbst anzutreiben, zu kritisieren, härter zu werden. „Stell dich nicht so an“, „Andere schaffen das auch“, „Du hättest es besser machen können“. Diese innere Stimme kennen die meisten. Viele meiner Klienten sagen in solchen Momenten Dinge wie „Das war dumm von mir“ oder „Wie kann ich nur so dämlich sein?“. Sie bewerten sich herab, als wäre Härte der einzige Weg vorwärts. Was Neff beschreibt, ist das Gegenteil: Sich selbst so zu begegnen, wie man einem guten Freund begegnen würde. Mit Verständnis. Mit Geduld. Ohne die Erwartung, dass du in jedem Moment perfekt funktionieren musst.

Die zweite Dimension ist Common Humanity: die Erkenntnis, dass du mit deinen Fehlern, Zweifeln und Unzulänglichkeiten nicht allein bist. Gerade erfolgreiche Menschen neigen dazu, ihre Schwächen als persönliches Versagen zu interpretieren. Als wären sie die Einzigen, die strugglen, während alle anderen mühelos durchs Leben gleiten. Diese Isolation verstärkt das Gefühl von Leere. Selbstmitgefühl bedeutet zu verstehen: Scheitern, Unsicherheit, emotionale Taubheit gehören zum Menschsein dazu. Es ist kein Zeichen dafür, dass etwas mit dir nicht stimmt.

Die dritte Dimension nennt Neff Mindfulness: eine achtsame Beziehung zu den eigenen Emotionen. Weder unterdrückst du, was du fühlst, noch identifizierst du dich vollständig damit. Du nimmst wahr: „Ah, da ist Scham. Da ist Wut. Da ist Trauer.“ Ohne es sofort wegzudrücken oder darin zu ertrinken. Diese achtsame Distanz ist entscheidend, denn sie ermöglicht dir, Gefühle als Information zu nutzen. Sie ist keine Bedrohung, wie oft wahrgenommen.

Innere Zustimmung zum eigenen Leben (Existenzanalyse nach Alfried Längle)

Was Neff wissenschaftlich beschreibt, findet sich auch in der Existenzanalyse nach Alfried Längle wieder, nur aus einer anderen Perspektive. Längle fragt: Was bedeutet es eigentlich, „mit innerer Zustimmung“ zu leben? Psychische Gesundheit, so seine These, hat weniger damit zu tun, ob du glücklich bist, sondern ob du dein Leben innerlich bejahen kannst. Auch die schwierigen Teile.

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Längle beschreibt einen Prozess in vier Schritten, der sich wunderbar mit Selbstliebe verknüpfen lässt. Der erste Schritt: Sich von den Fakten berühren lassen. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Viele meiner Klienten haben jahrelang trainiert, nicht zu fühlen. Sie funktionieren, analysieren, optimieren, aber lassen sich nicht wirklich berühren von dem, was ist. Selbstannahme beginnt genau hier: Zulassen, dass die Realität dich erreicht. Dass du spürst, was wirklich los ist in dir.

Der zweite Schritt: Eine eigene innere Position finden. Längle nennt das Selbst-Distanzierung, die Fähigkeit, innerlich Stellung zu beziehen, statt nur zu reagieren. Du bist nicht deine Gefühle. Du bist nicht deine Gedanken. Du bist derjenige, der sie wahrnimmt und entscheidet, wie du damit umgehst. Das ist eine radikale Form von Freiheit, die viele erst entdecken müssen.

Der dritte Schritt: Werte und Möglichkeiten erkennen. Was ist dir wirklich wichtig? Nicht, was du denkst, dass wichtig sein sollte. Nicht, was andere erwarten. Sondern: Was berührt dich, wenn du ehrlich bist? Hier zeigt sich oft, dass der Antrieb, der dich jahrelang vorangetrieben hat, gar nicht mehr deiner ist.

Der vierte Schritt: Eine stimmige Antwort ins Leben bringen. Selbstannahme ist kein passiver Zustand. Es reicht nicht, zu verstehen, was los ist. Es geht darum, entsprechend zu handeln. Deine Werte zu leben, Grenzen zu setzen, Entscheidungen zu treffen, die mit dir selbst übereinstimmen, auch wenn sie unbequem sind.

Non-Attachment: Gefühle beobachten, ohne sie zu sein

Was bedeutet das konkret? Selbstliebe ist kein Gefühl, das plötzlich da ist. Es ist ein Prozess, in dem du dich selbst ernst nimmst, innerlich Stellung beziehst und dann entsprechend handelst. Es ist die Fähigkeit, innerlich an deiner Seite zu bleiben, auch wenn du dich gerade nicht magst. Auch wenn du scheiterst. Auch wenn du nicht weißt, wie es weitergeht.

Und genau hier schließt sich der Kreis zu dem, was viele als Non-Attachment kennen: Gefühle beobachten, ohne sich mit ihnen zu identifizieren. Du bist nicht deine Scham. Du bist nicht deine Wut. Du bist nicht deine Trauer. Diese Gefühle sind Botschaften, keine Identitäten. Sie kommen, sie gehen, aber du bleibst. Und in diesem Bleiben, in diesem inneren Begleiten deiner selbst, liegt die eigentliche Selbstliebe.

Im nächsten Teil zeige ich dir, wie du das praktisch umsetzt. Wie du in sieben Tagen anfangen kannst, diese innere Haltung zu trainieren.

Der 7-Tage-Weg zurück zu dir selbst

Du hast jetzt verstanden, was Selbstannahme wissenschaftlich bedeutet und warum sie der Schlüssel ist, um wieder wirklich zu fühlen. Theorie ist wichtig, aber sie ersetzt nicht die Erfahrung. Deshalb habe ich etwas Praktisches für dich entwickelt.

Ich arbeite mit meinen Klienten oft über Monate an diesen Themen. Aber es gibt einen Einstieg, der funktioniert, auch wenn du noch nie bewusst mit dir selbst gearbeitet hast: ein strukturierter 7-Tage-Prozess, der dir hilft, die theoretischen Konzepte in deinem Alltag zu verankern.

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Du bekommst konkrete Übungen für jeden Tag. Dinge, die du wirklich machen kannst, auch wenn du skeptisch bist. Viele meiner Klienten waren es anfangs auch. Die Übungen helfen dir dabei:

  • Deine innere Stimme wahrzunehmen, ohne sofort in alte Muster zu verfallen.
  • Den Kritiker in dir zu erkennen und bewusst umzuschreiben.
  • Gefühlen wie Scham, Wut oder Trauer zu begegnen, ohne sie wegzudrücken oder darin zu versinken.
  • Und am Ende eine wöchentliche Praxis zu etablieren, die dich langfristig trägt.

Jeder Tag baut auf dem vorherigen auf. Du brauchst pro Tag etwa zehn bis fünfzehn Minuten.

Wenn du bereit bist, diese sieben Tage auszuprobieren, kannst du dir die vollständige Anleitung als PDF holen. Du bekommst sie direkt per Mail zugeschickt.

Wie geht es jetzt weiter?

Selbstliebe ist kein Zustand, der irgendwann eintritt, sondern eine Haltung, die du trainieren kannst. Es gibt wissenschaftlich fundierte Wege, um wieder Zugang zu dem zu bekommen, was in dir vorgeht. Und es lohnt sich, hinzuhören.

Die Arbeit, Selbstliebe zu praktizieren, erfordert Ehrlichkeit. Sie erfordert, dass du hinschaust, auch wenn es unbequem ist. Meine Klienten sagen nach ein paar Wochen oft: „Ich hätte nicht gedacht, dass sich so viel verändern kann, wenn ich einfach anders mit mir selbst umgehe.“

Falls du die sieben Tage ausprobierst, würde mich interessieren, was du erlebst. Und falls du merkst, dass du tiefer gehen möchtest, als es ein PDF ermöglicht, kannst du dich jederzeit bei mir melden. Manchmal braucht es einfach jemanden, der mit dir hinschaut und den Raum hält.

Bis dahin: Viel Erfolg auf deinem Weg zurück zu dir selbst. Und vergiss nicht: Bleib aufmerksam.

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